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Sollte ein Trekkie heute morgen „News & Stories“ von Alexander Kluges dctp (WP) auf Sat1 gesehen haben, so ist im vielleicht aufgefallen, dass dort ein Bild aus Star Trek: Enterprise verwendet wurde!

Adolf Hitler

Hitler in New York

Im Gespräch mit dem britischen Historiker Ian Kershaw (WP) über dessen Arbeit zur kontrafaktischen Geschichte des II. Weltkrieges wurde tatsächlich das Bild Hitlers in New York aus ENT: Sturmfront, Teil II verwendet. Tatsächlich hat Star Trek ja einige Erfahrung mit alternativen Geschichtsverläufen, und da ich gerade an einer Arbeit über Virtuelle Geschichte (WP) schreibe nutze ich die Gelegenheit für eine kurze Bewertung der beiden einschlägigen Alternativen Zeitlinien zum Zweiten Weltkrieg:

Hitlers Invasion Amerikas
Aus der Doppelepisode ENT: Sturmfront, Teil I, Sturmfront, Teil II stammt ja wie erwähnt auch das verwendete Bild. Tatsächlich hinkt diese Alternative jedoch ein wenig. Aufhänger ist, dass Lenin vor Gründung der SU ermordet wird, aber trotzdem erfährt man, dass Deutschland Russland angegriffen hat und vor Moskau kämpft. Lenins Tod scheint die Geschichte also im Endeffekt gar nicht verändert zu haben, denn anders sah die Realität ja auch nicht aus!
Ein anderes Problem ist die Invasion der USA, denn offensichtlich beginnt sie an der Ostküste. Wie aber ist die Wehrmacht über den Atlantik gekommen? Schon die Überquerung des Ärmelkanals war für die Alliierten 1944 eine riesige Herausforderung, die Deutschen haben den umgekehrten Weg nie geschafft. Die Amerikaner führten im Pazifik zwar durchaus Landungen über größere Distanzen durch, aber eine Überquerung des Atlantiks mit anschließender Sturmlandung ist selbst heute noch praktisch unmöglich.
Wahrscheinlicher wäre eher gewesen, dass Hitler ein Bündnis mit einem südamerikanischen Staat gesucht hätte, am Besten mit Mexiko, wie im Ersten Weltkrieg wirklich vom Deutschen Reich versucht, und dann von Süden aus Amerika angegriffen hätte.
Neutrales Amerika
In TOS: Griff in die Geschichte wird eine andere Möglichkeit dargestellt, nämlich ein neutrales Amerika. Anders als die oben beschriebene Alternative ist dies nicht einmal so unwahrscheinlich. Roosevelt und viele andere Politiker und vor allem Militärs waren zwar eindeutig gegen Deutschland und unterstützten die Briten auf allen erdenklichen Wegen, es gab jedoch starke politische Strömungen, die für strikte Neutralität waren. Roosevelt konnte unmöglich selbst den Krieg erklären, weswegen er alles versuchte, um die Deutschen zu einem Angriff zu provozieren. Hätte es aber jemand wie Edith Keeler wirklich geschafft, die Öffentlichkeit noch stärker zu mobilisieren, dann wäre eine Neutralität Amerikas denkbar gewesen.
Aber das setzt natürlich voraus, dass Hitler sich wirklich zurückgehalten hätte. Tatsächlich war die Kriegserklärung an die USA am 11. Dezember '41 für ihn eine große Befreiung. Auch Ian Kershaw war im Gespräch mit Alexander Kluge, der ihn direkt danach fragte, ob Amerika hätte neutral bleiben können, überzeugt der Meinung, dass Hitler früher oder später auf jeden Fall Amerika angegriffen hätte.
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