Star Trek - 25th Anniversary ist ein Spiel für Game Boy, das den Handlungsstrang der Episode Planeten-Killer aufgreift, auch wenn er anders aufgearbeitet wurde.
Visual Concepts Entertainment entwickelte den Mix aus Weltraum-Shooter und TopDown-Adventure, während Konami es 1992 in Europa über die Unterfirma Palcom und in den USA über UltraGames heraus brachte. Der Umweg war nötig, um die Auflage Nintendos zu umgehen nur eine bestimmte Anzahl an Spielen pro Region und Jahr auf den Markt zu bringen. Interplay, die die gleichnamigen (inhaltlich verschiedenen) Spiele für Heimcomputer und NES entwickelten, treten bei diesem Titel lediglich als Produzenten auf.
Storyline[]
Briefing von Admiral McQuilkin
Captain Kirk bekommt von Admiral McQuilkin einen wichtigen Auftrag. Vor fünf Monaten wurde der Planetenkiller entdeckt, der auf seinem Weg zahlreiche Welten vernichtet. Die Föderation hat einen "Proto-Matter Fusion Disruptor" entwickelt, in der Hoffnung, die Bedrohung zu zerstören.
Der Disruptor wurde auf der Excalibur installiert. Als die Klingonen von der neuen Waffe erfahren, ohne ihren eigentlichen Zweck zu kennen, stehlen sie aus Angst vor einer Bedrohung des Imperiums das Schiff und zerlegen das Waffensystem. Die zwölf Teile werden auf drei Welten versteckt. Die Enterprise wird zum Planeten Neural im Zeta Bootis System geschickt, um dort mit der Suche anzufangen.
Gameplay[]
Die letzte Karte, mit der Enterprise unten rechts, kurz vor dem Planetenkiller.
Das Spiel selbst ist in vier Kartenregionen eingeteilt – in jeder Region muss die Enterprise vom Startpunkt aus zu einem Ziel gesteuert werden: drei Planeten mit Teilen des Disrupters und einmal dem Endgegner, dem Planetenkiller. Die Karten setzen sich aus Bausteinen zusammen, die für verschiedene Weltraum-Shooter-Varianten stehen, von denen mehrere absolviert werden müssen: Meteoritenfelder, Weltraumamöben, Gebiete mit Tholianer-, Klingonen- oder Romulanerschiffen.
Weltraum-Shooter[]
Die Enterprise feuert eine Torpedosalve gegen Klingonen.
In diesen seitlich scrollenden Leveln muss sich das Schiff mit seinen Phasern den Weg freischießen. In Notfällen können bis zu vier Salven Photonentorpedos abgefeuert werden, die vor dem Schiff fast alles freiräumen.
Volle Energie auf die Phaser.
Über die Start-Taste lässt sich in diesen Missionen die Aufteilung der Energieversorgung von Geschwindigkeit, Phaserreichweite und Schildstärke einsehen und bei Bedarf ändern.
Angedeutete Planeten am oberen und unteren Bildrand erschweren durch ihre Gravitationskräfte die Steuerung; im Gegenzug tauchen gelegentlich stilisierte Wurmlöcher auf, die die Enterprise kurzzeitig stark beschleunigen.
Weltraumamöbe
Die Level mit Weltraumamöben bieten leicht andere Gegner, unterscheiden sich aber vor allem durch die erzwungene niedrige Geschwindigkeit von den anderen Gebieten.
Mehrere getarnte Romulaner.
Die Romulaner sind in der Lage sich zu tarnen, die Tholianer bauen linienförmige Barrieren auf, die sich durch gezielte Schüsse vernichten lassen.
Schuss auf eine Schwachstelle im tholianischen Kraftfeld.
Immer wieder können Boni wie Schildenergie oder Torpedos aufgesammelt werden. Ein Torpedo-Extra wird evtl. als Wurmloch genutzt, sollte die Torpedobank voll bestückt sein.
Außenmissionen[]
Zwei Bildschirme, die die erste Besprechung beim Start einer Außenmission zeigen.
Am Ende einer Weltraumkarte fliegt die Enterprise einen Planeten an und erhält ein Passwort, um das Spiel später von diesem Punkt aus weiterzuspielen. Ein Landetrupp, geführt von Kirk, wird auf den Planeten gebeamt. Das Team teilt sich nach einer kurzen Besprechung auf.
Der Tricorder zeigt Richtung Süden.
Mit dem Tricorder (Start-Taste) werden die Beta-Partikel geortet, die die Bauteile aussenden, die sich wiederum unter Felsen oder anderen Objekten verbergen.
Als Waffe führt Kirk eine Phaserpistole mit sich, die zwei Einstellungsstufen besitzt: Betäuben und Dematerialisieren – ersteres ist bei den Hindernissen, unter denen sich die Bauteile verbergen, nutzlos und ist eher für Gegner gedacht, letzteres verbraucht wesentlich mehr Energie.
Diverse Pflanzen oder Objekte können mit dem Tricorder gescannt werden, um mehr über deren Gefahren und Verwendungszwecke zu erfahren.
Auf den Planeten gibt es weiterhin Medikits und Phaserbatterien, um sowohl den Gesundheitszustand von Kirk, als auch den Ladezustand des Phasers zu erhöhen.
Von Zeit zu Zeit melden sich McCoy oder Spock per Kommunikator, um Kirk z.B. auf Gefahren hinzuweisen oder Tipps zu geben.
Wurden alle vier Teile auf einem Planeten gefunden, beamt der Landetrupp wieder an Bord, so dass sich die Enterprise auf den Weg zum nächsten Planeten machen kann.
Kirk beamt vom Planeten Neural, um ihn herum klingonische Barrieren.
1. Planet: Neural[]
Der Planet Neural ist zumindest aus dem Skript von TOS: Der erste Krieg bekannt und zeigt sich als Wüstenplanet. Die Mugato treten hier als Hauptgegner auf und müssen mit Phaserfeuer bekämpft werden. Weiterhin gibt es z.B. radioaktives Moos oder klingonische Energiefelder, die das Weiterkommen erschweren.
Eine Kalandanerin wird von Kirk erschoßen.
2. Planet: Kalanda[]
Der aus TOS: Gefährliche Planetengirls bekannte Planet bietet mehr (giftige) Vegetation als Neural sowie klingonische Bodenfallen und weibliche Kalandaner, die in Kirks Nähe beamen und ihn bei Berührung vergiften. Die vier Waffenteile sind unter Baumstümpfen versteckt.
Bodenplatten auf Triskelion
3. Planet: Triskelion[]
Wie schon in TOS: Meister der Sklaven bietet dieser Planet mehrere Herausforderungen. Hier wird weniger gekämpft, es gibt ein großes Labyrinth, das auch Verbindungen über Kurzstreckentransporter bietet, Hologramme der Crew, die Kirk bei Berührung verletzen sowie Puzzles: eine Tür muss durch das Betreten einer genügenden Anzahl schwarzer Felder geöffnet werden, Teile der Waffe stellen sich als Bomben-Fallen heraus, Böden verschwinden und dergleichen mehr.
Planetenkiller[]
Der finale Gegner.
Nach der letzten Weltraum-Karte betritt die Enterprise den Level mit dem Planetenkiller. Die Phaser können gegen die Geschosse der Maschine nichts ausrichten, die Enterprise muss diesen ausweichen, bis sie auf den eigentlichen Gegner trifft. Jetzt schaltet das Schiff auf den speziellen Disruptor um und hat durch diesen sowie die Torpedos (so noch vorhanden) genügend Feuerkraft, um den Planetenkiller auszuschalten.
Die kleinste Stufe des Planetenkillers.
Der Gegner ist dabei in vier Segmente unterteilt. Wenn die Enterprise genügend Schüsse abgefeuert hat, nähert sich die Maschine sehr schnell und die Enterprise muss weiter schießen, um das aktuelle Segment zu zerstören. Je kürzer das Schiff wird, desto schneller bewegt es sich.
Notiz zum Autor am Ende des Spiels.
Nach der Vernichtung des Planetenkillers bedankt sich der Admiral kurz für die Rettung der Galaxie und ein Text verrät uns Details über den Autor Cary Hammer sowie den Künstler Bill Stanton.
Rezeption[]
Kate gibt im Magazin Aktueller Software Markt (ASM) (05/1992, Seite 120) sieben von zwölf Punkten: "Grafisch ganz nett mit astreinem Scrolling, ist mir das Ganze etwas zu langsam. [...] Man bemühte sich, die Gesichter aus der TV-Serie rüberzubringen, was teilweise gelang. Bei den Spielfigürchen auf den Planeten mußte ich allerdings herzhaft lachen. Die ersten Takte der wohlbekannten Titelmelodie sind mißglückt, nachher klingt es besser. Auch während des Spiels gibt es unterschiedliche Rhythmen zu hören. Je nachdem, welche Waffe eingesetzt wird, gibt es passende FX."[1]
Julian Eggebrecht bewertet den Spielspaß in der Video Games 09/1992 mit 26%: "Unverständlich, wie die Interplay-Programmierer aus einem so dankbaren Thema eine derartige Schlaftablette machen konnten. Das Grundkonzept (eifriges Weltraum-Kartenlesen und viel Action) wird durch die katastrophal langweiligen Actionsquenzen und den zu hohen Schwierigkeitsgrad völlig zerstört. Lächerlich langsam quält sich das stolze Raumschiff durch sich ewig wiederholende 'Welträume' und schießt auf endlose Asteroidenschwärme."[2]
Hans Ippisch verteilt in der Play Time (07/1992, Seite 79) 51% und bezeichnet das Spiel als "Mißglückter Versuch, in der Star Trek Erfolgswelle mitzuschwimmen" und nennt noch einige Punkte: "harter Schwierigkeitsgrad [...] grafisch wenig berauschende Landschaft [...] gelungene Zwischengrafiken [...] Würde das Spiel nicht Star Trek heißen, hätte man längst das Modul gewechselt."[3]
In der ersten Ausgabe von N-Force (July 1992, Seiten 52-53) gibt Shades 44%: "Rocks whizz at you faster than Gunns with a rocket up his bum, making it almost impossible to survive to the bitter end! Presentation's reasonably good with some well digitised pictures of the Star Trek crew and an animated introduction sequence, but that's where the good points end." und Gunns 49%: "Even though I'm a bit of a Trekkie I found this less interesting than a dilithium crystal salesman with no samples. The gameplay is slow and repetitive [...]"[4]
Externe Links[]
- Das Spiel bei Moby Games
- Let's Play von World of Longplays auf YouTube
- Game Boy in der Wikipedia
- ↑ Test in Aktueller Software Markt (ASM), 05/1992, Seite 120, im Internet Archive
- ↑ Test in der Video Games, 09/1992, auf Kultboy
- ↑ Test in der Play Time, 07/1992, Seite 79, im Internet Archive
- ↑ Test in der N-Force, July 1992, Seiten 52-53, im Internet Archive